NRW-Wirtschaftsministerin gibt Startschuss für Geothermie-Erkundung der Stadtwerke Duisburg
Die Stadtwerke Duisburg erhalten vom Land NRW eine Förderung für eine Erkundungsbohrung zur Tiefengeothermie. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur übergab den Förderbescheid am vorgesehenen Bohrpunkt an Stadtwerke-Infrastruktur-Vorstand Andreas Gutschek und Oberbürgermeister Sören Link.
Die Stadtwerke Duisburg haben sich das Ziel gesetzt, ihre Fernwärme bis zum Jahr 2035 vollständig CO2-neutral zu erzeugen. Eine Quelle für eine grüne Wärmeversorgung für Duisburg könnte auch die Nutzung von Tiefengeothermie sein. Dabei wird Wärme aus mehreren tausend Meter tiefen Erdschichten genutzt. Um diese Chance zu prüfen, erhalten die Stadtwerke Duisburg vom Land Nordrhein-Westfalen eine Förderung in Höhe von rund 7,46 Millionen Euro für eine Erkundungsbohrung. Nordrhein-Westfalens Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur übergab den Förderbescheid heute an die Stadtwerke Duisburg.
Ministerin Mona Neubaur: „Duisburg geht voran. Die Stadtwerke investieren in klimafreundliche Wärme, die unabhängig von fossilen Energien ist und langfristig bezahlbar bleibt. Das stärkt Klimaschutz, Versorgungssicherheit und den Wirtschaftsstandort. Als Land unterstützen wir dieses Projekt, weil es zeigt, wie die Wärmewende konkret bei den Menschen ankommt – in Duisburg und darüber hinaus.“
Zwischen rund 2.000 und 4.000 Metern Tiefe werden im Stadtteil Hochfeld wasserführende Gesteinsschichten erwartet, in denen aufgrund der mit der Tiefe zunehmenden Erdwärme das Wasser zwischen 80 und 130 Grad heiß ist. Dieses Wasser soll dann an die Oberfläche gefördert werden, um die Wärme für das Fernwärmenetz nutzbar zu machen. Das abgekühlte Wasser wird wieder in die Tiefe gefördert, dort erneut erwärmt und wieder an die Oberfläche gepumpt. Weil keine fossilen Brennstoffe zum Einsatz kommen müssen, entstünde auf diese Weise eine emissionsfreie Wärmequelle.
„Tiefengeothermie kann einen erheblichen Beitrag zu einer langfristig sicheren und klimafreundlichen Wärmeversorgung leisten. Unsere Stadtwerke gehen innovativ voran, um solche Potenziale in Duisburg zu erkunden und sie für die Menschen zu erschließen“, sagt Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Duisburg AG ist. Für das Unternehmen wäre die Nutzung von Tiefengeothermie der Einstieg in eine neue Technologie der Wärmeerzeugung.
„Tiefengeothermie kann künftig eine tragende Rolle in unserer Erzeugungsstrategie spielen. Wärme, die wir auf diese Weise gewinnen, ist grundlastfähig. Sie steht also kontinuierlich und zuverlässig zur Verfügung, um den Mindestbedarf unseres Fernwärmenetzes zu decken. Wenn wir die erforderlichen, wasserführenden und nutzbaren Reservoire finden, könnten wir hier eine rund 20 Megawatt leistungsstarke Anlage errichten. Diese sichert dann die Fernwärmeversorgung für zehntausende Haushalte, ohne Emissionen zu erzeugen“, erläutert Andreas Gutschek, Vorstand Infrastruktur und Digitalisierung bei den Stadtwerken Duisburg.
Bohrarbeiten beginnen im März 2028
Nach den Untersuchungen der vergangenen Jahre durch den Geologischen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen und die gewonnenen Erkenntnisse der Stadtwerke Duisburg ist klar, dass ein geeigneter Bohrplatz auf dem Gelände der Stadtwerke selbst – im hinteren Bereich eines ehemaligen Heizkraftwerks – zu finden ist. Insgesamt investieren die Stadtwerke Duisburg und das Land NRW rund 12,5 Millionen Euro in die Erkundungsbohrung.
Bis der Bohrer seine erste Umdrehung in den Untergrund an der Bungertstraße in Duisburg-Hochfeld macht, werden aber noch Monate vergehen. Die Bohrung muss detailliert geplant werden und erfolgt in enger Abstimmung mit der Stadt Duisburg und den zuständigen Genehmigungsbehörden. Vor Beginn der eigentlichen Bohrung müssen die erforderlichen Genehmigungen mit Blick auf Berg- und Wasserrechte erteilt werden. „Unsere Planungen sehen vor, dass wir ab März 2028 mit der Bohrung beginnen, die dann mehrere Monate dauern wird“, erklärt Andreas Gutschek.
Zunächst wird ein rund 4.000 Meter tiefes Bohrloch abgeteuft, das sich von oben nach unten von rund 80 Zentimeter auf 22 Zentimeter verjüngt. Im Bohrloch werden dann verschiedene Testarbeiten durchgeführt, um die Eigenschaften des Untergrundes zu untersuchen. Anschließend folgen seismische Untersuchungen der Bohrumgebung, um die genaue Lage der am stärksten wasserführenden Gesteine zu ermitteln. Mithilfe einer sogenannten Ablenkungsbohrung wird dann aus dem vorhandenen Bohrloch in die dann durch die seismischen Untersuchungen genau bestimmten wasserführenden Reservoire vorgetrieben. Eine solche Ablenkungsbohrung könnte voraussichtlich im Jahr 2029 umgesetzt werden. Findet man dann die erwarteten Heißwasser-Vorkommen, wird eine zweite Bohrung erforderlich, um abgekühltes Wasser wieder in die Tiefe befördern zu können. Ehe dann die erste Tiefengeothermie-Fernwärme zur Verfügung steht, dauert es bis Anfang der 2030er Jahre.
Weitere Informationen zum Thema gibt es auf der Internetseite der Stadtwerke Duisburg unter stadtwerke-duisburg.de/ geothermie.
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