Aus gutem Grund: unsere Wasserversorgung.

Zum Wasser haben wir hier in Duisburg eine besondere Affinität, denn die Nähe zu Rhein und Ruhr prägt sowohl das Stadtbild als auch das Wirtschaftsleben in unserer Stadt. Dass der Rhein über das von ihm gespeiste Grundwasser auch für einen großen Teil unseres Trinkwassers sorgt, wissen indessen viele Duisburger gar nicht. Den meisten geht es vermutlich wie beim Strom – beides kommt bei Bedarf aus der Leitung. Dagegen ist gar nichts zu sagen, denn es spricht für die Zuverlässigkeit unserer Trinkwasserversorgung.

Woher kommt das Trinkwasser für Duisburg?

Die Stadtwerke Duisburg betreiben zwei eigene Wasserwerke in Düsseldorf-Wittlaer und –Bockum. Aus ihnen werden die rechtsrheinischen Stadtteile südlich der Ruhr und nahezu der gesamte Westen Duisburg auf der linken Rheinseite mit Trinkwasser versorgt. Lediglich für die Versorgung des Stadtteils Baerl wird Trinkwasser von einem Wasserwerk im Binsheimer Feld bezogen.

Das Trinkwasser für die rechtrheinischen Stadtteile nördlich der Ruhr beziehen wir aus einem Wasserwerk am Halterner Stausse, mit dem Duisburg über eine Rohrleitung verbunden ist.

Pro Jahr versorgen die Stadtwerke Duisburg ihre Kunden in Duisburg mit über 30 Milliarden Liter Trinkwasser. Das entspricht umgerechnet etwa dem Volumen von mehr als 2 Millionen Badewannen.

Trinkwasser frei von multiresistenten Bakterien

 

Immer häufiger kommt es zu Infektionen durch resistente Bakterien, bei denen klassische Antibiotika nicht mehr wirken. In Folge des Antibiotika-Einsatzes in der Human- und Tiermedizin kam es in den vergangenen Jahren auch zu einer weiten Verbreitung von Resistenzen in der Umwelt. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass antibiotikaresistente Bakterien im Abwasser von Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen sowie in Gülle aber auch im Abwasser von Privathaushalten zu finden sind. Mit dem gereinigten Abwasser gelangen die resistenten Bakterien in Oberflächengewässer wie Flüsse und Seen sowie in das Grundwasser.

 

In einer Mitteilung des Umweltbundesamtes vom 25.04.2018 heißt es zwar:

„Das Expositionsrisiko in Deutschland über den Trinkwasserpfad gegenüber resistenten Krankheitserregern ist ohne praktische Bedeutung, wenn das Trinkwasser unter Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik aufbereitet wird und den gesetzlichen Anforderungen genügt.“
 

Dennoch haben sich vor dem Hintergrund entsprechender Medienberichte zum Vorkommen multiresistenter Keime in Oberflächengewässern die Stadtwerke Duisburg, die Stadtwerke Neuss und die NEW Niederrhein Wasser entschieden, das von ihnen geförderte Trinkwasser beim DVGW-Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe auf ausgewählte antibiotikaresistente Bakterien und Antibiotika-Resistenzgene untersuchen zu lassen. Dazu wurden Proben des geförderten Rohwassers (Grundwasser) und des aufbereiteten Trinkwassers genommen.

 

Messergebnis

In den untersuchten Wasserproben konnten weder entsprechende resistente Bakterien noch Resistenzgene nachgewiesen werden.

Vorrangiges Ziel muss es aber immer sein, Probleme an der Ursache anzugehen. Das heißt im Fall antibiotikaresistenter Bakterien, den Eintrag von Antibiotika in die Umwelt zu reduzieren und damit die Entstehung und Verbreitung antibiotikaresistenter Keime zu verhindern.
 

Hintergrund
In den Medien wird verstärkt zum Vorkommen multiresistenter Keime in Oberflächengewässern berichtet. Auslöser für die Berichte sind Untersuchungen an unterschiedlichen Gewässern in Niedersachsen und NRW, in denen multiresistente Bakterien nachgewiesen wurden. Gemeint sind damit Bakterien, die gegen verschiedene Antibiotikaklassen resistent sind. Eine Infektion kann also nicht bzw. nur eingeschränkt mit einer Antibiotikatherapie behandelt werden. Als problematisch werden dabei insbesondere Badegewässer angesehen, die den Hauptberührungspunkt von Menschen mit Oberflächenwasser darstellen. Angestoßen durch die Berichterstattung wird die Thematik mittlerweile auch politisch intensiv diskutiert (u. a. Anfragen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen 3/2018 im Landtag NRW sowie im Bundestag). Hierbei liegt der Fokus auf dem Schutz der Gewässer und der vorsorglichen Vermeidung von Einträgen in die Umwelt. Weitere Aspekte sind die Gewässerüberwachung und der Einfluss auf die Trinkwassergewinnung.

 

Weiterführende Informationen zum Thema:

Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW vom 31.August 2018:

Antibiotikaresistente Bakterien in Badegewässern: Ergebnisse erster Untersuchungen insgesamt unbedenklich

Papier des Umweltbundesamtes zur Bedeutung von antibiotikaresistenten Bakterien und Resistenzgenen im Trinkwasser

Unsere Broschüre „Wasser für Duisburg“

Obwohl Duisburg durch seine Lage an Rhein und Ruhr viel sogenanntes Oberflächenwasser aufweist, wird das Trinkwasser der Stadt aus Grundwasser gewonnen. Genauer gesagt stammt es zu einem großen Teil aus Düsseldorf und dem Naturpark Hohe Mark, nördlich von Recklinghausen.

Wir unterhalten in den Düsseldorfer Ortsteilen Bockum, Wittlaer und Kaiserswerth insgesamt vier Brunnenanlagen, aus denen Trinkwasser gewonnen wird.

Aus 75 Vertikal- und drei Horizontalfilterbrunnen wird das Grundwasser mittels Unterwasserpumpen gefördert. Durch Anlegen eines Vakuums, das sogenannte Heberprinzip, wird in den Anlagen Bockum und Wittlaer das Wasser vieler Brunnen gleichzeitig mit einer Pumpe entnommen – und damit erheblich Energie gespart.

Durch seinen langen Fließweg innerhalb der Rheinkiese ist das Wasser in der Regel schon keimfrei. In den Wasserwerken Bockum und Wittlaer wird es trotzdem gründlich geprüft und aufbereitet, bevor es mit Trinkwasserqualität durch das Rohrleitungssystem auf seinen Weg zu den Kunden geschickt wird.

Wollen Sie noch mehr über die Trinkwasserversorgung in Duisburg erfahren? In unserer Broschüre "Wasser für Duisburg" haben wir viel Wissenswertes zusammengestellt.

 

Trinkwassergewinnung erleben

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