Informationen zu TFA-Spuren im Trinkwasser

12. Dezember 2016

Das Trinkwasser einiger Versorgungsgebiete im Bereich Neckar und Rhein ist nach industriellen Gewässereinleitungen mit der Chemikalie Trifluoracetat (TFA) belastet. Als dies kürzlich bekannt wurde, haben die Stadtwerke Duisburg in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden umgehend eigeninitiativ Untersuchungen auf TFA durchführen lassen. Dabei sind geringe Konzentrationen auch in den von den Stadtwerken Duisburg verteilten Trinkwässern festgestellt worden. Die Gehalte bewegen sich in einem Bereich zwischen 1,5 und 2 μg (Mikrogramm) pro Liter.

TFA zählt zu den sogenannten unerwünschten Stoffen, die auch als Abbauprodukt von Pflanzenschutzmitteln entstehen können. Laut Einschätzung des Umweltbundesamtes gefährden sie in geringen Konzentrationen weder das Grundwasser noch die Gesundheit von Mensch oder Tier. Die Messwerte liegen deutlich unter dem vom Umweltbundesamt empfohlenen Handlungswert für TFA von 10 Mikrogramm pro Liter.  

Die in Duisburg gemessenen Gehalte liegen auch unter dem langfristigen Orientierungswert von drei Mikrogramm pro Liter, der vor allem der vorsorglichen Vermeidung von Belastungen ohne unmittelbarem Gesundheitsbezug dient.

Alle Trinkwässer der Stadtwerke Duisburg entsprechen nach wie vor in jeglicher Hinsicht den strengen Qualitätskriterien der Trinkwasserverordnung und können im Einvernehmen mit den Aufsichtsbehörden für alle Zwecke wie gewohnt ohne Einschränkungen zum Trinken, zum Kochen und für alle anderen Zwecke im Haushalt verwendet werden.

Die Gesundheitsbehörden sind unverzüglich über die Messergebnisse informiert worden. Eine Pressemitteilung des NRW-Umweltministeriums zum Nachweis von TFA in Gewässern und im Trinkwasser in NRW finden Sie hier.

Wichtige Fragen und Antworten

Das Trinkwasser der Stadtwerke Duisburg kann weiterhin wie gewohnt ohne Einschränkungen zum Trinken, zum Kochen und für alle anderen Zwecke im Haushalt verwendet werden.

Das Duisburger Trinkwasser entspricht allen Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Die Trinkwasseranalyse können Sie hier einsehen.

Es handelt sich um Trifluoracetate, die abgekürzt allgemein auch als TFA bezeichnet werden. In dieser Form handelt es sich um Salze der Essigsäure, an die das Element Fluor (statt Wasserstoff) angelagert ist (Tri-Fluor-Essigsäure). TFA ist chemisch recht stabil und kann über verschiedenste Quellen in die Umwelt gelangen. Das sind zum einen Einleitungen aus industriellen Herstellungsprozessen (z. B. Synthese von Kältemitteln) sowie Einträge aus dem Abbau verschiedener Kunststoffe. Zum anderen entstehen TFA auch beim Abbau verschiedener Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft.

Spuren von TFA wurden auch m Trinkwasser der Stadtwerke Duisburg gefunden. Die Konzentrationen liegen zwischen 1,5 und 2,0 Mikrogramm pro Liter.

In der Trinkwasserverordnung sind Trifluoressigsäure und deren Salze nicht aufgeführt. Daher gibt die Verordnung keinen Grenzwert vor. Für Stoffe, die wie TFA nicht mit einem Trinkwassergrenzwert belegt sind, hat das Umweltbundesamt (UBA) ein System allgemeiner Vorsorgewerte entwickelt. Sie werden als GOW (gesundheitliche Orientierungswerte) bzw. VMW (Vorsorge Maßnahmenwert) bezeichnet. GOW und VMW dienen in erster Linie der vorsorglichen Vermeidung von Belastungen ohne unmittelbaren Gefahrenbezug. Sie werden aufgrund unvollständiger Datenbasis mit hohen Sicherheitszuschlägen abgeleitet. So besteht selbst bei Überschreitung des GOW im Trinkwasser kein Anlass zu konkreter Besorgnis, wohl aber zu verbesserter Vorsorge. Das UBA hat den GOW auf Basis neuerer Untersuchungen im Januar 2017 angepasst. Er liegt jetzt bei 3,0 μg pro Liter. Der VMW gibt an, ab welcher Konzentration zeitnah Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Aufnahme von Stoffen zu verringern. Er liegt für TFA mit 10 Mikrogramm pro Liter deutlich über den aktuell gemessenen Trinkwasserkonzentrationen.

Auch wenn es noch nicht abschließend feststeht, ist nach momentanem Daten- und Kenntnisstand davon auszugehen, dass die Belastung des Duisburger Trinkwassers mit TFA sowohl der flächenhaften Anwendung von Pflanzenschutzmitteln entstammt als auch durch industrielle Abwassereinleitungen in den Neckar/Rhein hervorgerufen wurde. Die genauen Hintergründe der Einleitung in den Neckar und Vermeidungsstrategien am Eintragsort werden derzeit von den zuständigen Aufsichtsbehörden abgeklärt.

TFA kann in geringen Spuren auch als Abbauprodukt verschiedener Pflanzenschutzmittel entstehen. Gewisse Einträge können je nach Wasserwerksstandort entsprechend auch aus der Landwirtschaft stammen. Auch hier wird das Thema derzeit von Behörden, Wasserversorgern und Herstellern von Pflanzenschutzmitteln diskutiert, um Lösungen zur Verbesserung der Situation zu finden.

Trifluoracetat ist aufgrund seiner chemischen Eigenschaften (sehr gut wasserlöslich, mobil und stabil) bei der Trinkwasseraufbereitung so gut wie nicht entfernbar. Weder Aktivkohle noch andere Aufbereitungsverfahren können TFA bei der Wasseraufbereitung herausfiltern. Zur grundsätzlichen Vermeidung müssen entsprechend Umweltauflagen im Gewässer- und Ressourcenschutz greifen. 

Behörden, Wasserversorger und Pflanzenschutzmittel-Hersteller diskutieren derzeit intensiv das Thema, um nachhaltige Lösungen zu finden.

Die Stadtwerke Duisburg AG wird alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten aktiv nutzen, um TFA-Einträge in Trinkwässer nachhaltig zu reduzieren. Grundsätzlich wird sich die Stadtwerke Duisburg AG weiterhin für den vorbeugenden Gewässerschutz engagieren, um diese und vergleichbare Substanzen vom Trinkwasser fernzuhalten.

Die Stadtwerke Duisburg haben unmittelbar die zuständigen Behörden (Gesundheitsämter, Bezirksregierung und Landwirtschaftskammer) umfassend über die Funde informiert.  

Diese stehen in intensivem Austausch mit den Behörden benachbarter betroffener Kommunen sowie der Bezirksregierung und dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW. 

Die Stadtwerke Duisburg AG wird alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten aktiv nutzen, um TFA-Einträge in Trinkwässer nachhaltig zu reduzieren. Grundsätzlich wird sich die Stadtwerke Duisburg AG weiterhin für den vorbeugenden Gewässerschutz engagieren, um diese und vergleichbare Substanzen vom Trinkwasser fernzuhalten.

Zusammenfassend möchten wir betonen: Trinkwasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Es erfüllt strengere Qualitätskriterien als zum Beispiel Mineralwasser. Die Duisburger Bürger können sich darauf verlassen, dass die Stadtwerke Duisburg ihnen nur Trinkwasser zur Verfügung stellen, das unbedenklich genutzt werden kann.