Gefragt, geantwortet

Hier haben wir Antworten auf einige Fragen rund um das Projekt für Sie zusammengestellt:

Seit der Stilllegung des Heizkraftwerks II Ende 2012 werden keine heißen Abgase mehr durch die drei Rohre des Kamins geleitet. Daher wird Substanz der Metallrohre durch Rost beeinträchtigt. Um unserer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, müssen wir die Rohre daher entfernen.

Beim Rückbau der Rohre kommt ein Hydraulik-Hebesystem zum Einsatz. Dieses wird vorwiegend im Industrie- und Brückenbau für das Heben und Senken von schweren Lasten angewendet. An den Rohren des Stadtwerketurms werden zuerst einzelne Heber montiert, die synchron gesteuert werden können

Die Schraubverbindungen der einzelnen Rauchgasrohrelemente werden gelöst und die Segmente, beginnend mit dem jeweils untersten, nacheinander von ihrem Lager abgehoben und senkrecht an Stangen nach unten abgelassen. Auf dem Dach des Stahlbetonsockels des Stadtwerketurms werden die Rohre dann in kürzere Zylinder geteilt. Diese werden mit einem Kran nach unten befördert, dort erfolgt dann in einer Dekontaminationshalle die fachgerechte Schadstoffbeseitigung und anschließende der Abtransport zur Entsorgung.

Inklusive Einrichtung der Baustellen werden die Arbeiten von Frühjahr bis voraussichtlich Ende 2016 andauern.

Im Vorfeld des Rückbaus wurde ein Schadstoffkataster erstellt und den Aufsichtsbehörden vorgelegt. Bei der Errichtung des Turms in den 1960er Jahren wurden an einzelnen Elementen, wie damals durchaus üblich, Asbest- und Mineralfasern verbaut. Ungebunden beziehungsweise freigesetzt sind diese Materialien in bestimmten Konzentrationen als gesundheitsgefährdend eingestuft. Daher erfolgt der Rückbau unter strengsten Auflagen, Kontrollen und mit besonderen Verfahren.

Die Durchführung aller Arbeiten an schwach gebundenen Asbestprodukten erfolgt abseits des Turmes auf Geländeoberkante in einer speziellen Dekontaminationshalle. Dies garantiert eine sichere und transparente Dekontamination der Rauchgasrohre gemäß anzuwendender Technischer Regeln für Gefahrstoffe (TRGS).

Mineralische Stäube:

Im Gegensatz zum Abbruch massiver Gebäude aus Mauerwerk oder Stahlbeton wird im vorliegenden Fall eine Stahlkonstruktion zurückgebaut. Mineralische Stäube werden nur in einem sehr geringen Umfang anfallen. Diese werden durch einen Wasserstrahl / durch Sprühnebel gebunden.

Flugaschen:

Auf der Innenseite der Rauchgasrohre waren geringe Mengen an Flugasche vorhanden. Die Flugascherückstände wurden durch Absaugen bereits im Vorfeld entfernt.

Mineralfaserstäube / Asbestfaserstäube:

Zwischen Rauchgasrohr und innerer Verkleidung ist Mineralwolle als Dämmmaterial eingesetzt worden. Die Mineralwolle wird in der dafür vorgesehenen Dekontaminationshalle ausgebaut und staubdicht verpackt. Gleiches gilt für die verbauten Asbestgewebestreifen zwischen Rauchgasrohr und innerer Verkleidung.

Die regelmäßige horizontale Teilung der Rauchgasrohre in circa drei Meter hohe Elemente wird auf der 70-Meter-Ebene (Dach des Unterbaus aus Stahlbeton) unter Beachtung und Anwendung der TRGS521 (Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit alter Mineralwolle) und die TRGS519 (Asbest: Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten) vorgenommen.

 

Arbeitsplatzmessungen zur Bestätigung der Unbedenklichkeit wurden in Abstimmung mit dem zuständigen Dezernat der Bezirksregierung Düsseldorf im Vorfeld durchgeführt.

Die Rohrelemente werden in der Dekontaminationshalle in gefährliche und ungefährliche Bestandteile zerlegt. Die Zerlegungsarbeiten werden in einem sogenannten Schwarzbereich unter Unterdruck durchgeführt. Die Abfälle werden gereinigt beziehungsweise staubdicht verpackt und gemäß den anzuwendenden Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) durch mehrere Kammern der Dekontaminationshalle nach „Freimessung“ ausgeschleust.

Die ungefährlichen Abfälle (in der Regel Stahlschrott) werden durch den beauftragten Ab-bruchunternehmer verwertet. Die gefährlichen Abfälle (in der Regel asbesthaltige Abfälle) verbleiben im Eigentum der Stadtwerke Duisburg und werden über die Wirtschaftsbetriebe Duisburg auf der Deponie Asdonkshof entsorgt.

Die Bezirksregierung Düsseldorf wurde bereits in der Planungsphase intensiv eingebunden. Nach Vergabe des Rückbauauftrages an den Unternehmer wurden die Rückbauverfahren bei mehreren Treffen mit der Bezirksregierung abgestimmt.

Nach dem Rückbau der Rauchgasrohre ist der Aufbau einer neuen Lichtinstallation vorgesehen. Diese wird voraussichtlich 2017 in Betrieb gehen.

Eine Besichtigung des Turms ist aus Sicherheitsgründen seit einigen Jahren leider nicht mehr gestattet. Auch nach dem Rückbau der Rohre bestehen nicht die notwendigen Voraussetzungen, um den Turm wieder als Aussichtsplattform zu nutzen.

Der Stadtwerketurm diente bis Ende 2012 als Schornstein für die Abgase aus den Heizkraftwerken HKW II/B und I. Er wurde zusammen mit dem Heizkraftwerk II/B in den 1966 gebaut und hat eine Höhe von 200 Meter. Seit 1999 wird der Schornstein nachts grün beleuchtet.

Ende 2012 haben wir das Heizkraftwerk II, das unmittelbar an den Stadtwerketurm grenzt, stillgelegt. Über den Stadtwerketurm wurden bis Juli 2014 vorübergehend noch Abgase aus dem Heizkraftwerk I abgeleitet. Für eine dauerhafte Nutzung für diesen Zweck ist er allerdings überdimensioniert. Durch zu wenig abgeleitet Abgase beginnen die Rohre zu rosten. Das Kraftwerk I hat zur Ableitung seiner Abgase neue Schornsteine erhalten, die mit eine Höhe von maximal 80 Meter allerdings deutlich kleiner als der Stadtwerketurm sind.

Der Schornstein steht unter Denkmalschutz und darf daher nur In Abstimmung mit den zuständigen Behörden baulich verändert werden. Im Frühjahr 2016 haben wir uns mit den Behörden auf einen Rückbau der Rauchgasrohre wegen der fortschreitenden Korrosion verständigt.

Das Heizkraftwerk II ist über 40 Jahre alt. Da es seit 2013 nicht mehr die dann geltenden Anforderungen der Bundesimmissionsschutzverordnung erfüllt, erlischt die Betriebsgenehmigung der Anlage. Das Kraftwerk musste daher stillgelegt werden.

Das Heizkraftwerk II/B war ein Kohlekraftwerk mit sogenannter Kraft-Wärme-Kopplung. Es produzierte sowohl Strom als auch Fernwärme, die in das Duisburger Versorgungsnetz für Haushalte, Gewerbe- und Industriebetriebe eingespeist wurden. Das Kraftwerk hatte eine elektrische Leistung von 140 Megawatt (MW) und eine thermische Leistung von 160 MW. Es wurde im Jahr 1967 in Betrieb genommen.

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